Kinobummel-Review: Fifty Shades Darker

Ich oute mich. Heute war ich bei der Vorpremiere des Nachfolgers von Fifty Shades of Grey – Fifty Shades Darker. Ich muss gestehen, dass ich mental schon Kreuze im Kalender gesetzt hatte. Der Film, das Buch und der Hype darum teilt die Gesellschaft. So auch meinen Freundeskreis, als ich auf der Suche nach einer willigen Kinobegleitung war. Ich erntete von entrüsteten „Oh Gott!“ bis hin zu „Da kann ich nicht!“ (Datum war noch nicht mal genannt.) und entgeisterten Gesichtern einige Abfuhren.

Hin und wieder hörte ich auch ein zaghaftes „Ja“ zu einem Film, bei dem man sich nur vage traue diesen auch nur auszusprechen. Schlussendlich ging ich heute mit einer Freundin in den Film, die eher zur Gruppe „Das Buch ist so mies, die Verfilmung interessiert mich, aber sag es keinem“ gehört. Die ganze Aktion war ziemlich spontan. Wir hatten Glück und haben uns noch Plätze für die Originalverfilmung sichern können. Aber bloß schnell die Tickets aus dem Drucker sichern, nicht dass noch jemand diese entdecken könnte. 😉

Mädelsabend mit Frauenüberschuss

Ziel war das Savoy Filmtheater hier in Hamburg. Für mich eins der schönsten Filmtheater und Kinos in ganz Hamburg. Das Publikum zielgruppenspezifisch weiblich. Der Sekt war bereits vor Filmbeginn alle, der Kinosaal voll. Für die Quotenmänner im Publikum wurden wohl zur Entlohnung die Trailer vorweg ausgewählt (Fast & Furios 8, King Kong, Trainspotting 2 und ein abgedrehter SciFi-Streifen mit Scarlett Johanson).

Fifty Shades darker in mehreren Facetten

Der Film setzt dort an, wo der erste aufgehört hat. Anna hat sich von Christian getrennt. Sie lebt weiter. Er leidet und will sie zurück. So kauft er einfach mal eine halbe Galerie mit Bildern von ihr leer und bittet um ein Abendessen, um „nachzuverhandeln“. Keine Regeln, keine Bestrafungen, keine Geheimnisse mehr. Vanilla – Wechsel der Geschmacksrichtung. 😉 So dreht sich diesmal viel um ihn und wir lernen die Geschichte hinter seinen „abgefuckten“ Facetten kennen. Fifty Shades darker trifft es hierbei. So sehen wir hier nicht nur mehr nackte Haut, wie eine sehr ansehnliche Rückseite von Herrn Grey, auch Szenen, die nun deutlich als Soft Porno gelten könnten, erfreuen die Damen. Hierbei spielt natürlich auch das rote Spielzimmer wieder eine Rolle und was ist das immer mit diesen Fahrstühlen? 😉

Die Beziehung wird intensiver

Eine gute Storyline braucht bekanntlich immer einen guten Konflikt. Wie im Buch liefert der Film gleich mehrere. So treffen wir auf stalkende Ex-Subs, aufdringliche Chefs und Mrs. Robinson. Kim Basinger passt hier perfekt. Allgemein hat mich der Cast positiv überrascht. Als ich Jack Hyde, gespielt von Eric Johnson zum ersten Mal sah, dachte ich mir: Verdammt, warum ist der so charmant. Ich wollte ihn doch hassen.

Ein Film mit einem super Soundtrack, der auch über sich selbst schmunzeln kann

Wenig überrascht hat mich mal wieder der erstklassige Soundtrack. Während er schon im ersten Teil sehr gut war, gefällt er mir in der Gesamtheit im zweiten Teil noch besser. Das liegt vielleicht auch daran, dass der gesamte zweite Teil eine Steigerung zum ersten Teil darstellt. Er ist handwerklich gut gemacht. Dakota Johnson und Jaime Dornan wirken noch eingespielter und harmonischer zusammen. Jaime Dornan endlich kantiger mit Bart und Stil, der sich nun selbst Anna unterwirft. Dakota Johnson verkörpert Anna noch selbstsicherer. Auf der einen Seite ist sie das brave, naive Mädchen, dass neugierig einige Liebestoys hinterfragt und auf der anderen Seite frech kontert und ihren eigenen Kopf hat. Im Allgemeinen schafft es der Film auch über sich selbst lachen zu können, was ihn nur noch authentischer und sehenswürdiger macht. Für mich ein klarer Kinobummeltipp.

Eure

Frau Bummel Sign

P.S. Kleiner Tipp, bleibt bis zum Ende des Abspanns sitzen. 😉

Bilder stammen von filmstarts (http://www.filmstarts.de/kritiken/209893/bilder.html)

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